02.10.2007

Metro






Metro-Fahren. Seit Mitte der Woche - der ersten rudimentaeren Eingewoehnungszeit - und mit freundlicher Unterstuetzung von Jens - fahre ich jetzt auch Metro. Mit der Metro (= U-Bahn) kommt man, mit Tuchfuehlung zu jeder Menge ShanghaierInnen, in interessante Teile der Stadt. Das ist eine spannende Angelegenheit. Die Linie 1, die hier ganz in der Naehe haelt, verbindet den Suedwesten der Stadt mit dem Stadtzentrum und den wichtigsten Einkaufsstrassen sowie dem Bahnhof. Meistens sind die Abteile gut gefuellt - und einen Sitzplatz habe ich bislang noch nicht ergattert. Aber das Stehen in den fast eisig klimatisierten Bahnen ist durchaus angenehm - besonders an schwuelen Tagen. Spannend ist an dieser Metro so manches. Da sind zum einen die Wege. Die Metro-Stationen die ich jetzt besser kenne (das sind drei) haben mehrere Ein/Ausgaenge, die auch in englischer Sprache beschriftet sind; mit Strassennamen, Namen der Kaufhaeuser... Hilfreich sind dabei Plaene, in denen die Endpunkte der bis zu 14 Ausgaenge (Bild 3) eingezeichnet sind. Das ist insofern hilfreich, als das Ueberqueren der (oberirdischen) Strassen deutlich langwieriger und nicht ganz ungefaehrlich ist. Diese Gaenge kann man auch benutzen, wenn man nicht Metro fahren will. Moechte man sich mit einer fuenf Metrolinien fortbewegen, ist das Prinzip ebenso einfach wie genial. Man kauft sich an einem der Ticketschalter eine wiederverwendbare Metrokarte und laedt sie mit einem Betrag auf, den man "abfahren" moechte auf. Man zahlt zwischen 3 und 7 Yuan je Fahrt.
Die Linie 1 faehrt alle paar Minuten in beide Richtungen. Idealerweise stellt man sich an die "Eingangstueren". Die gesamte Breite des Bahnsteigs ist verglast. Und in regelmaessigen Abstaenden befinden sich Schiebetueren. Vor diesen Tueren sind Markierungen: fuer die aus- und die einsteigenden Fahrgaeste. Die chinesichen Schriftzeichen sind zwar fuer mich nicht lesbar aber irgendwie doch eindeutig: die Aussteiger gehen geradeaus aus den Abteilen, die Einsteiger warten an den rechtwinkelig eingezeichneten Balken, bis Platz zum Einsteigen ist (Bild 1).
Und dann kommt die Metro. Der Zug haelt exakt so an dem Gleis, dass sich die Zugtueren unmittelbar hinter den Glasschiebetueren am Bahnsteig befinden. Sobald der Zug richtig steht (manchmal wird etwas nachgebessert), oeffnen sich die Tueren des Zuges und am Bahnsteig nahezu zeitgleich - und heraus/hinein gehts. Am besten sucht man sich sofort einen (Steh-)Platz und einen Haltegriff, denn die Metro faehrt recht zuegig und bremst auch mal abrupt. Die Fahrtrichtung und die naechste Haltestelle wird zwei Mal angesagt, auch auf englisch. Uebersichtsplaene der Fahrtroute sind an jedem Bahnsteig und in den Bahnen. Die Station, an der man ansteigt, ist mit einem Stern auf den Plaenen gekennzeichnet. Die Bahn der entgegengesetzten Richtung faehrt uebrigens am gegenueberliegenden Bahnsteig ab. Alles kommt mir sehr wohl durchdacht vor.
Im Stadtbild findet sich uebrigens nschon reichlich Plakatwerbung. Intensiv werde aber auch die unterirdische Gaenge genutzt - haeufig in beleuchteten Kaesten. Einige mit westlich anmutenden Models und (wie im Westen) auch kindlichen Gesichtern. Die Inhalte und auch die Symbolik ist fuer mich nicht wirklich verstaendlich; aber huebsch bunt und unterhaltsam (Bild 2).

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