Nach einem wohltuend entspannten Morgen im Guangqi-Park geht es heute nochmal zum Einkaufen in die Altstadt von Shanghai, am Westufer des Huangpu. Hier gibt es neben zahllosen kleinen Laeden, Strassenhaendlern, den allgegenwaertigen Uhrenverkaeufern, einem "Fake"-Markt (Imitationen aller Art) auch ein kleines Kaufhaus in der "Nanlu Henan" mit "Antiquitaeten". Hier laesst es sich entspannt einkaufen und einige Schaetzchen erinnern mich stark an jene im Antikmarkt. Hier sind zwar fast alle Objekte ausgepreist, aber eine Bereitschaft zu Preisverhandlungen findet sich auch hier ;-) Nach einer durchaus erfolgreichen Einkaufstour geht es heute am fruehen Abend in ein koreanisches Restaurant, denn heute steht auch noch ein Nachtprogramm auf der Ereignisplanung.
Am Empfang des Restaurants (wie nicht unueblich in einer der Malls) stehen Asiatinnen in traditioneller koreanischer Tracht (kimonoaehnlich, mit langem weiten Rock und einer Art Bolero mit grosser Schleife) und sehen darin sehr authentisch und schmuck aus. Waehrend wir auf einen freien Tisch warten haben wir Zeit, die bebilderte und reichhaltige Speisekarte zu studieren. Insgesamt finden sich drei Gerichte mit "Hund", von denen wir aber spaeter keines auswaehlen.
Basis dieser koreanischen Kueche ist ueber Kohle gegrilltes, in feine Scheiben geschnittenes Fleisch und Gemuese. Das erinnert ein bisschen an einen deutschen Grillabend (Bild 1). In der Mitte des Tisches befindet sich ein runder, etwa 50cm tiefer Einlass. In diesen wird ein Becken mit gluehender Kohle gestellt (Bild 2). Darauf kommt eine metallene Abdeckung, die als Grillrost dient (Bild 3). Das kurz gegrillte Fleisch, die gegrillten Enoki-Pilze, die Moehren- Zucchini- oder Kartoffelscheiben werden dann in ein Blatt gruenen Salat gewickelt, mit Wuerz-Oel oder Sojasauce ergaenzt, zu einem Paeckchen verpackt und dann mit der Hand gegessen - hier ist einmal mehr Geschick im Umgang mit den Ess-Staebchen und beim "Einparken" angesagt. Dazu trinken wir Tsingtao-Bier.
Nach dem erfreulichen Abendessen fahren wir mit dem Taxi zum Jinmao-Tower. Taxifahren ist hier vergleichsweise guenstig - wenn man denn eines bekommt. Der Grundpreis betraegt tagsueber derzeit 11Yuan und dann geht es im 1Yuan-Takt weiter. Nachts ist es teurer, aber innerhalb der Stadtmitte (und die ist in Shanghai ziemlich gross) haben wir bislang nicht mehr als 25Yuan gezahlt.
Der Jinmao-Tower (Bilder 4 und 5) liegt am oestlichen Ufer des Huangpu im Stadtteil Pudong. Das Gebaeude ist einer 13stoeckigen Pagode nachempfunden und misst stolze 420m. Vom 55. bis 88. Stock kann man im Hyatt Regency "residieren". Im 87/88. Stock befindet sich eine Bar mit Ausblick auf das naechtliche, erleuchtete Shanghai. Mindestverzehr: 120Yuan pro Person. Hier viel Geld auszugeben faellt eher leicht, denn die Cocktails kosten 90€, dafuer zeigt die Getraenke-Karte eine grosse Auswahl an Drinks. Ich entscheide mich fuer einen "Blue Shanghai": Gin, Weisswein, Orangenlikoer, blauer Curacao, Limonensaft - einen der Haus-Specials. Der Blick von hier oben ist wirklich sehenswert, auch wenn man nicht auf alle Seiten der Stadt schauen kann. Beruehmt ist das Gebaeude auch fuer seinen Blick ins Hoteltreppenhaus (Bild 6).
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