20.10.2007

19. Oktober: Shanghai, Essen 2, japanisches Restaurant Tenya

Vorspeise 1: fettes Thunfischfleisch sowie Tomatenscheiben mit Salz und Mayonnaise


Vorspeise 2: mittleres und mageres Thunfischfleisch. Das magere (rechte) Fleisch wird leicht mit einem Bunsenbrenner angegart und mit Zitronensaft marniert.


Krabbenbeine. Zum Essen benutzt man ausnahmsweise die Haende und eine Art Werkzeug


Die Zutaten fuer das Fondue


Alles kommt in eine mit leicht gesalzenem Wasser gefuellte Metallschale, die auf einem mit Gas betriebenen Tischkocher steht


Die gegarten Gemuese, Krabbenteile, Tofustuecke kommen noch in eine Sojasaucen-Reisessig-Zitronen-Schnittlauchmarinade


In der heissen und nun von dem gegarten veredelte Bruehe: Nudeln. Die sind gar nicht so leicht mit Staebchen zu essen.


Fuer den kleinen Resthunger Negitoro-don: Reis, Thunfisch-Tartar, getrocknete Algen, Schnittlauchroellchen, Wasabi, Sojasauce; besser als Sushi


Messer wie Kurzschwerter


Dessert: Mokka-Eis mit gemahlenem Kaffee


Und abends: Tenya, ein japanisches Restaurant, dessen Spezialitaet Thunfisch ist. Das Menue fuer 25oYuan ist eine gute Wahl, weil variantenreich und voller Ueberraschungen.
Handwerkliches Koennen gibt es ausserdem zu bewundern, denn die Koeche hinter dem Tresen, an dem reserviert war (Sitzplaetze: 5), sind Meister im Umgang mit den langen und offenbar superscharfen Messern, mit denen sie den Thunfisch wohl gekuehlt nach Bedarf aufschneiden.

19. Oktober: Shanghai, Essen 1, chinesisch



Heute gibt es nicht nur einiges spannende zu sehen, sondern auch berichtenswertes zu essen. Mittags: traditionelle chinesische Kueche mit lecker gefuellten Maultaschen und in chinesischem Wein marinierten Bohnen - da zusselt man die Kerne aus den etwas haarigen und hartfleischigen Schoten und ueberbrueckt vitaminreich die Wartezeit bis zu den dampfend heiss servierten Teigtaschen. Diese sind heute gefuellt mit Shrimps+ Huehnchenfleisch sowie kochender Bruehe mit Huehnchenhack

19.10.2007

19. Oktober: Altstadt (Chinesenstadt)



19. Oktober: Tempel der Stadtgoetter

Besonderheit: In jedem der beleuchteten Fensterchen ist eine daumennagelgrosse Figur hinter Glas, und davor manchmal ein kleines rotes Schildchen mit chinesischen Schriftzeichen: chinesische Votivtafeln?!



Goetter scheint es hier einige zu geben...



19. Oktober: Shanghai, Yu-Garten





18.10.2007

Shanghai, Schule






In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich eine Schule. Das ist vor allem morgens spuerbar, denn hier gibt es einen "Morgenappell". Anscheinend muessen alle Schueler dazu antreten, denn der ganz Sportplatz und die Hauptwege am Gebaeude sind gefuellt. In Klassenverbaenden geht es um 7:45Uhr im leichten Laufschritt auf den Sportplatz. Jeder nimmt seine Position auf dem Sportoval ein. Das sieht aus dem 22. Stock sehr geordnet aus. Kein Wunder, denn auf dem Platz befinden sich in doppelter Armlaenge Radius weisse Punkte - Haltepunkte.
Auf diesen positionieren sich dann die Kinder und stehen erstmal stramm. "Motiviert" (die Beschallung weckt die ganze Nachbarschaft zielsicher) werden sie waehrend des gesamte halbstuendigen Appells ueber Lautsprecher, teilweise unterlegt mit kurzer Trillerpfiffen. Haben alle Kinder ihre Position erreicht und sind ggf. von einem der diversen Lehrer korrigiert worden (besonders die kleinen), gibt es erstmal eine kurze Ansprache und dann geht es los mit Arm- und Beinuebungen. Das gesamt Programm laesst sich in Kurzform als Morgengymnastik bezeichnen. Ich finde es sehr beachtlich wie diszipliniert diese Highschool-Schueler sind. Jedenfalls gehen die Kinder hier fuenf Tage in die Ganztagsschule und ueben dann teilweise noch nach einem 10Zeit-Stunden-Tag Figurenmarschieren und dabei Fahnen zu schwenken oder Musik zu machen. Und kostenintensiv sind die Schulen hier auch noch, im Monat etwa 600Yuan fuer Schulgeld (Buecher sind ausserdem zu finanzieren), und das bei einem Monatsverdienst von 2-3.000Yuan.

18. Oktober: Longhuan-Kloster







Haende des vielarmigen Buddhas mit dem Augensymbol



Gebetsanleitung ?!


Heute Vormittag gehe ich nochmal ins LonghuanShan, ein buddhistischea Kloster im suedwestlichen Stadtteil LongHua. Vor dem Kloster steht eine Pagode und durch ein schoen geschnitztes Tor betritt man die Anlage (Ticketpreis: 10Yuan), die mehrere Tempel umfasst und reges religioeses Leben hat. Hier ist es gestattet zu fotografieren und davon mache ich heute gerne und ausgiebigst Gebrauch.

18. Oktober: Shanghai, Morgens im Park








Ich habe schon einiges vor meiner Abreise (denn vor Ort komme ich kaum dazu ;-) darueber gelesen, und jetzt habe ich es auch selbst gesehen: TaiChi... morgens im Park. So gegen 6Uhr in der Fruehe treffen sich in den Parks der Stadt (selbst gesehen in Shanghai und Beijing) Gruppen von meist aelteren Menschen, die TaiChi, QiGong oder so praktizieren. Allerdings faellt es mir recht schwer, das Alter von Asiaten zu schaetzen. Meistens halte ich sie fuer juenger, wohl insbesondere wegen der durchweg schwarzen Haare.
Diese Menschen sind wirklich ein schoener Anblick in dieser Stadt die tatsaechlich niemals zu schlafen scheint. Diese langsamen konzentrierten Bewegungen die so leicht und elegant aussehen, sind schon fuer den Betrachter eine Wohltat. Neben diesen Kleingruppen gibt es auch einzelne Maenner, die an KungFu erinnernde Bewegungsablaeufe praktizieren, schwerterschwingende oder tanzende Menschen. Andere spielen Majong oder Karten oder unterhalten sich einfach. Einige bringen auch ihre Singvoegel in besonderen Kaefigen mit - damit sie in der Gemeinschaft schoener singen. Eine bemerkenswerte soziale Einrichtung diese morgendlichen Parktreffs.
Mir scheint, als wuerde der Stadt-Puls hier ein bisschen langsamer schlagen und stiller sein.

Wenn ich morgens manchmal schon gegen 6Uhr aufwache (Buero-Vorfreude ;-)? gehe ich manchmal erstmal in den Park - einfach so und goenne mir diese Oase noch vor dem Fruehstueck.

17. Oktober: Shanghai, japanisches Dinner

Sashimi fuer 5 Personen


Die ultimative Sushi-Platte


Die Dessertauswahl

Heute Abend gehen wir japanisch essen. Das habe ich mir gewuenscht, denn ich mag mittlerweile rohen Fisch seeehr und hier gibt es (schon wegen der Naehe zu Japan und dem Meer) auch wirklich gute japanische Restaurants - wird gesagt. Und das kann ich nur bestaetigen. Das Ambiente ist zurueckhaltend und minimalistisch und wir duerfen auf Stuehlen sitzen und selbstverstaendlich mit Staebchen essen. Unsere Auswahl umfasst verschiedenste Spezialitaeten. Nach gegarten Spinat und einer Eierspeise mit Lauch (beides sehr lecker) kommt die Platte mit Sashimi. Zum ersten Mal probiere ich Seeigel (vorne rechts: gelbliches, kleingeschnittenes, recht weiches Fleisch). Die mundgerechten Fischstuecke liegen auf einer Schale mit gehackten Eis und sind zusammen mit der Dekoration schon ein Genuss fuers Auge. Danach kommt das Sushi - auch sehr schoen fuers Auge und der Fisch ist von vorzueglicher Qualitaet, Besonderheit und Geschmack. Dann kommen zum "Sattwerden" noch groessere, gefuellte Reisbaellchen (1,5fache Tennisball-Groesse) mit Thunfisch, Fischroggen, Pflaume. Damit man gut Anfassen und Abbeissen kann, liegen die Reisbaelle in einem groesseren Stueck Seetang, das sie fast umschliesst.
Eine Besonderheit fast zum Schluss: fermentierte Sojabohnen mit rohem Thunfisch - Natto. Da kommen fast heimatlich-hessische Gefuehle auf, denn diese Speise schmeckt ein bisschen wie Handkaese! Eine ungewohnte Gaumenfreude und ich finde: lecker.
Die Dessertportionen sind vor allem uebersichtlich. Lecker war die CremeBrule von gruenem Tee. Schokolade (zugegebermassen hausgemacht) gabs nur ein kleines (unteilbares) Stueckchen. Die Kloesschen mit roter-Bohnen-Paste fallen etwas ungewohnt aus. Die Kloesschen sind hier etwa daumennagelgross, flach und haben die Konsistenz von weichem Kaugummi. Die rote-Bohnen-Paste kommt als Sosse, in der die Kloesschen obenaufschwimmen.

16.10.2007

14. Oktober: Beijing, Sommerpalast











Nach all dem kaiserlichen Gepraenge erlebe ich heute mein persoenliches Sahnehaeubchen, den Sommerpalast; nordwestlich von Beijing gelegen, ausserhalb der Stadt. Hier finde ich alles wieder, was schon die anderen kaiserlichen Anwesen so einzigartig macht, aber in einer besonderen Perfektion und Detailliebe. Das "Garten der Harmonischen Einheit" ist laut Reiseknowhow der groesste und am besten erhaltenen Garten Chinas und wurde schon im Jahr 1153 angelegt. Seine Groesse: 240ha, mit einem riesigen (Kunming-)See an dessen Nordufer die kaiserlichen Gebaeude am Ufer und dem nahen Berg erbaut wurden. Obwohl man baulich auch hier in die Hoehe strebt, erlebe ich die Anzahl der (3.000) Raeume als Vielfalt mit zahllosen gekonnten Malereien an den Balken und Seitenwaenden. Da reicht ein Tag kaum, hier richtig einzutauchen - und die Kamera steht kaum einmal still.

Dass es mir hier so besonders gefaellt, mag auch daran liegen, dass im Theater "Garten der Tugend und Harmonie" (ich liebe diese huebschen Namen) auch traditionelle Musik gespielt wird und Tanzvorfuehrungen stattfinden, die einen Hauch lebendigen kaiserlichen Lebens wehen lassen.