26.09.2007




Nachtrag zum gestrigen 25.9.07

Der Weg fuehrt mich heute in eine andere Gegend von XuHui. Ich moechte mich heute mal treiben lassen und eine entspannte Touristin sein. Lange Zeit fuehrt mich mein Weg (trotz der fruehen Mittagszeit) entlang an stark befahrenen und behupten Strassen. Irgendwann biege ich einfach in eine schmale Allee ab - bestanden mit grossen Platanen. Hier ist es deutlich leiser und hier sieht man Chinesen nicht nur herumeilen. Und hier packe ich dann auch meine Kamera aus und erfreue mich doppelt an der entspannten Athmosphaere.

Erstmals sehe ich auch Haeuser, die unseren Einfamilienhaeusern nahe kommen. Die grossen (und sehr ansehnlichen) unter ihnen stehen hinter hohen Mauern und nur ein schmales Tor führt auf das Grundstueck. Und ich dachte schon, alle Shanghaier leben in Hochhaeusern... Die kleineren haben die Hausfront direkt an der Strasse und auch ihre Briefkaesten (siehe 2. Bild). Auffallend sind die vielen geschmiedeten Tore an fast jedem Haus: sehr kunstvoll und gar nicht stereotyp.
In diesen kleinen Strassen kann ich mir ungeniert auch mal ausgiebig die zahllosen Fahrraeder betrachten. Die meisten sind wahre Museumsstücke oder kommen zumindest aufgrund der vielen Roststellen so rueber. Vielleicht liegts am tropischen Wetter?! Besonders beeindruckt mich immer wieder die Belastbarkeit der Zweiraeder. Und die Chinesen setzen sich dann mit so einer Last im Ruecken noch selbst drauf und radeln los. Nicht ohne hupende Kommentare (anerkennend, raumgreifend, gruessend...?) der anderen Zweiradfahrer. (siehe 1. Bild) .

Und dann traue ich fast meinen Augen nicht, als ich in einer der Seitengassen, durch die ich auch angenehm unbehelligt laufen kann, einer Leuchtreklame fuer Doener Kebab. Rechts vom Namenszug kann man gut die chinesischen Schriftzeichen erkennen. So international ist Shanghai... Hineien gehe ich aber diesmal nicht. Denn an diesem Abend steht eine andere internationale Besonderheit auf dem Plan: japanischer Hotpot, ShabuShabu. Das Restaurant steht uebrigens im japanischen Viertel von Shanghai.
In einen Topf mit kochend heisser Bruehe werden mit Staebchen (!) die unterschiedlichsten Zutaten gegart. Ein bisschen wie Fondue aber fettlos :-) Da stehen dann Teller mit rohem, hauchzart geschnittenen Rindfleisch, Glasnudeln, verschiedene Pilze, gruenes Gemuese (zarter Blattspinat und ein erstmals gesehenes Kraut - sieht aus wie Chrysanthemen-Blätter, sehr lecker), Moehren, Fischkuchen in verschiedenen Varianten, Krebsfleisch, Garnelen. Den Dip mischt man sich selbst aus Sojasauce+Essig, Schnittlauchroellchen, klein gehacktem Knoblauch, Rettich pur, Rettich mit Chili und/oder Wasabi. Alternativ oder ergaenzend dipt man auch in eine an Erdnuss-Sauce erinnernde Fluessigkeit, eine Sesamsauce. Auch hier: alles seeehr lecker und frisch und dann das Ambiente. Man kann in kleinen, mit Papierwaenden abgetrennten und sehr gut gekuehlten Raeumchen sitzen. Vorher zieht man sich freilich die Schuhe aus und geht dann zwei Stufen hoch auf eine Art Holzpodest. Unter dem grossen Esstisch ist (dankenswerterweise) eine "Grube" so dass man nicht gezwungen ist, die Koestlichkeiten knieend zu geniessen, sondern normal sitzen kann - auf einem Kissen. Zum Abschluss geniesse ich noch einen Pflaumenwein mit reichlich Eiswuerfeln :-) und ein Stueckchen Mondkuchen, denn heute ist Vollmondfest.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Gabi,

na hoffentlich kannst du die ganzen Eindrücke alle verkraften. Und das Essen hört sich außergewöhnlich gesund an. Deine Schilderungen lese sich ja wie ein Roman.

Liebe Grüße
Petra

Anonym hat gesagt…

... an die Briefkästen und die Gittertore kann ich mich sehr gut erinnern. Auch andere deiner Wahrnmehmungen produzieren sofort Bilder in meinem Kopf: ja genau, so war das bei meinem Besuch.

In deinem Reisetagebuch zu lesen macht Freude ... sagt Bernd aus Mainz